HairLossGuide

Haarausfall Ursachen: Warum fallen Ihre Haare aus?

HairLossGuide RedaktionVeröffentlicht am March 18, 2026Aktualisiert am March 23, 20263 Min. Lesezeit

Die häufigsten Ursachen für Haarausfall

Haarausfall betrifft Millionen von Menschen weltweit. Während der Verlust von 50-100 Haaren täglich normal ist, kann verstärkter Haarausfall auf verschiedene Ursachen hinweisen. In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Gründe und was Sie dagegen tun können.

Androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall)

Die androgenetische Alopezie ist mit Abstand die häufigste Form des Haarausfalls. Sie betrifft:

  • Männer: Bis zu 80% im Laufe ihres Lebens
  • Frauen: Etwa 40% nach der Menopause

Wie entsteht erblich bedingter Haarausfall?

Das Hormon DHT (Dihydrotestosteron) bindet an Rezeptoren der Haarfollikel und führt zu deren Miniaturisierung. Die Haare werden zunehmend dünner und kürzer, bis der Follikel keine sichtbaren Haare mehr produziert.

Muster bei Männern (Norwood-Skala)

Bei Männern beginnt der Haarausfall typischerweise an den Schläfen (Geheimratsecken) und am Scheitel:

  • Norwood 1-2: Leichter Rückgang an den Schläfen
  • Norwood 3-4: Deutliche Geheimratsecken, lichtere Tonsur
  • Norwood 5-7: Fortgeschrittener Haarausfall, nur noch Haarkranz

Muster bei Frauen (Ludwig-Skala)

Bei Frauen zeigt sich der Haarausfall meist als diffuse Ausdünnung am Scheitel:

  • Ludwig I: Leichte Ausdünnung am Mittelscheitel
  • Ludwig II: Deutlich sichtbare Ausdünnung
  • Ludwig III: Fast vollständiger Haarverlust am Oberkopf

Stressbedingter Haarausfall

Telogenes Effluvium ist die zweithäufigste Form des Haarausfalls. Er tritt 2-3 Monate nach einem stressigen Ereignis auf:

  • Schwere Erkrankung oder Operation
  • Psychischer Dauerstress
  • Crash-Diäten oder starker Gewichtsverlust
  • Geburt eines Kindes
  • Trauerfälle

Die gute Nachricht: Telogenes Effluvium ist in der Regel reversibel. Sobald die Stressursache beseitigt ist, wachsen die Haare innerhalb von 6-12 Monaten nach.

Nährstoffmangel

Bestimmte Nährstoffdefizite können Haarausfall verursachen oder verstärken:

Eisen

Eisenmangel ist besonders bei Frauen eine häufige Ursache für Haarausfall. Ein Ferritinwert unter 30 ng/ml kann bereits zu verstärktem Haarausfall führen.

Vitamin D

Ein Vitamin-D-Mangel ist in Nordeuropa weit verbreitet und kann den Haarzyklus beeinflussen. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und Alopezie.

Biotin und Zink

Biotin und Zink sind essentiell für das Haarwachstum. Ein Mangel ist selten, kann aber bei einseitiger Ernährung auftreten.

Protein

Haare bestehen zu 90% aus Keratin (einem Protein). Eine proteinreiche Ernährung unterstützt gesundes Haarwachstum.

Hormonelle Ursachen

Schilddrüsenerkrankungen

Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann zu Haarausfall führen. Die Behandlung der Grunderkrankung führt in der Regel zur Besserung.

Hormonelle Veränderungen bei Frauen

  • Schwangerschaft/Stillzeit: Postpartaler Haarausfall ist häufig und vorübergehend
  • Menopause: Sinkende Östrogenspiegel können zu Haarausfall führen
  • PCOS: Das polyzystische Ovarialsyndrom kann androgenbedingten Haarausfall verursachen

Medikamentenbedingt

Bestimmte Medikamente können Haarausfall als Nebenwirkung haben:

  • Blutverdünner
  • Blutdruckmedikamente (Betablocker)
  • Antidepressiva
  • Chemotherapie (Anagenes Effluvium)
  • Retinoide (Vitamin-A-Präparate)

Alopecia Areata (kreisrunder Haarausfall)

Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Haarfollikel angreift. Typisch sind:

  • Runde, münzgroße kahle Stellen
  • Plötzliches Auftreten
  • Kann in jedem Alter beginnen
  • Bei 80% der Betroffenen wachsen die Haare innerhalb eines Jahres nach

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Dermatologen auf, wenn:

  • Der Haarausfall plötzlich oder büschelweise auftritt
  • Kahle Stellen sichtbar werden
  • Der Haarausfall mit Juckreiz oder Schmerzen verbunden ist
  • Sie über mehrere Wochen deutlich mehr Haare verlieren
  • Der Haarausfall Ihre Lebensqualität beeinträchtigt

Fazit

Haarausfall hat viele mögliche Ursachen. Eine genaue Diagnose ist der erste Schritt zur richtigen Behandlung. Während erblich bedingter Haarausfall mit Medikamenten oder einer Haartransplantation behandelt werden kann, sind andere Formen oft reversibel, sobald die Ursache beseitigt ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Haarausfall ist normal?
Der Verlust von 50-100 Haaren pro Tag ist völlig normal. Erst wenn deutlich mehr Haare ausfallen oder kahle Stellen entstehen, spricht man von behandlungsbedürftigem Haarausfall.
Kann Stress wirklich zu Haarausfall führen?
Ja, starker Stress kann zu telogenem Effluvium führen — einem diffusen Haarausfall, der 2-3 Monate nach dem Stressereignis einsetzt. Er ist in der Regel reversibel.
Ab wann sollte ich zum Arzt gehen?
Wenn Sie über mehrere Wochen deutlich mehr Haare als gewöhnlich verlieren, kahle Stellen bemerken oder der Haarausfall plötzlich einsetzt, sollten Sie einen Dermatologen aufsuchen.